Olympia seit 1984 aus Sicht eines Fans

Früher waren für mich aus Sicht eines Fans alle vier Jahre ein Höhepunkt, wenn Olympia im Winter und Sommer auf unterschiedlichsten Orten der Welt abgehalten wurden.

Olympia - Flamme von 2012 in London

Olympia – Flamme von 2012 in London

Meinen ersten Eindrücke von Olympia habe ich im Jahr 1984 als 8-jähriger Bub bekommen. Im Winter gab der Wolf Vučko mit seinem „Saaraajeewooooo“ die Einstimmung und im Los Angeles war des der Weißkopf-Seeadler Uncle Sam.

Ich kann mich noch gut an die Eröffnungsfeier erinnern. Diese war zwar mitten in der Nacht, aber ich stand irgendwann auf und setzte mich vor den Fernseher. Erst lief damals noch „Lawrence von Arabien“ und dann schwebte der Rocket Man durch das Coliseum von Los Angeles.

Natürlich haben nun in den 32 Jahren viele Olympische Spiele stattgefunden. Jede Olympiade hatte ihre Highlights. Carl Lewis mit vier mal Gold in Los Angeles, das US-Dream-Team mit Michael Jordan in Barcelona oder den deutschen Turner Andreas Toba mit seiner Übung am Seitpferd mit Kreuzbandriss in Rio de Janeiro. Aber was mir immer sehr gut gefallen hat war zum einen, dass jede Sportart bei Olympia ihren Sendeplatz hat, und zum anderen dass die Zuschauer fair mit den Atheleten, die Monate wenn nicht sogar Jahre für diesen Augenblick trainiert haben, angefeuert haben. Erschreckt war ich daher von Rio de Janeiro, wo das brasilianische Publikum nur auf ihr Publikum fokussiert war. Man hat es im Fernsehen mitbekommen, aber auch die Schilderungen von Besuchern in Rio haben dies bestätigt bzw. sogar verstärkt. Traurig fand ich das was sich im Stabhochsprung abgespielt hat, als das Publikum den französischen Weltrekordhalter ausgebuht, damit der Brasilianer gewinnt.

Als Beispiel für gelungene Spiele fallen mir hauptsächlich zwei ein. Im Winter waren es für mich die Spiele von Lillehammer im Jahr 1994 und im Sommer die Spiele von London von 2012. Als kleine Erinnerung das Video der Eröffnungsfeier, die in meinen Augen schon ein Highlight war:

Olympia und Politik

In den Anfangsjahren meiner Leidenschaft für Olympia war noch die Zeit des Boykotts. 1984 blieben die UdSSR, DDR und Co. als Antwort auf den Boykott der USA und Deutschlands von 1980 fern. 1988 boykottierten noch Kuba und Nordkorea. Erst 1992 waren alle Nationen zum sportlichen Wettstreit angetreten. Schade dass die Politik immer Olympia für ihre Zwecke missbraucht. Früher in der Antike wurde sogar der Olympische Friede ausgerufen, an den sich alle Staaten im alten Griechenland mehr oder weniger gehalten haben.

Was mir leider auch aufgefallen ist, dass man viele Sportarten nur noch bei der Fernseh-Übertragung von den Olympischen Spielen zu sehen bekommt. Hat man früher ausführliche Berichte vom Turnen, Tischtennis oder Ringen in der Sportschau oder Sport-Reportage gesehen, so kommt immer Fußball im Fernsehen. Die sogenannten Randsportarten kommen viel zu kurz und daher werden immer weniger Jugendliche aufmerksam auf diese Sportarten. Komisch dass dann in den Medien immer bei Olympia diskutiert wird über die geringe Medaillenausbeute.

Olympia und Doping

Auch im Jahr 2016 war Doping wieder ein großes Thema. Nachproben haben ergeben, dass viele Athleten der vorherigen Spiele gedopt waren. Die Olympiasieger von 2016 müssen jetzt bis zu 10 Jahre zittern ob sie nicht auch überführt werden. Wieder eine große Doping-Welle. Diese erste, die ich mitbekommen habe, war 1988 als Ben Johnson als Olympiasieger über 100m überführt wurde.

Was für mich ein absolutes No-Go ist, dass in den Ländern der Welt unterschiedliche Prüf- und Sperrregeln existieren. Da wird ein Dopingsünder in China nur für ein paar Wochen gesperrt, damit er wieder bei Olympia starten kann. In anderen Ländern wird nachweislich unter dem Denkmantel des Staates gedopt.

Ich als Fan fordere hier genau zwei Dinge:

  1. Dopingkontrollen sind von einen unabhängigen, länderübergreifenden Einrichtung durchzuführen
  2. Ein Sportler wird nach dem 1. positiven Dopingtest sofort lebenslänglich gesperrt

Olympia und Deutschland

Leider habe ich Olympia in Deutschland nie selber erlebt. Wurde leider erst 1975 geboren und die letzten Spiele in Deutschland wurden 1972 in München abgehalten. Als Fan würde ich mich sehr freuen, wenn irgendwann in der Zukunft wieder die Spiele nach Deutschland kommen. Aus diesen Gründen:

  1. In vielen Welt- und Europameisterschaften in fast jeder olympischen Sportart hat Deutschland gezeigt, das man Olympische Spiele kann.
  2. Eine Nachhaltigkeit der Sportstätten wäre in Deutschland mehr gegeben, als es in anderen Städten auf der Erde der Fall ist.
  3. In Deutschland gibt es keinen Despoten oder Regierung, welche die Olympischen Spiele zu Propaganda-Zwecken missbraucht.
  4. In Deutschland würden alle Schichten der Bevölkerung von den Errungenschaften in der Gastgeber-Stadt profitieren.

Persönlich würde ich mir wünschen dass München diese Chance, egal ob Sommer oder Winter, bekommt. Leider ist im Jahr 2018 die Winterolympiade nach Südkorea vergeben worden. Diese Entscheidung werde ich nie verstehen. Das war eine große Chance für Deutschland und München. Dafür wird jetzt im Jahr 2022 eine Winterolympiade in Peking abgehalten. Ob die unter ihrer Smog-Glocke schon mal Schnee gesehen haben?

Die Hamburger Bürger haben sich auch gegen eine Bewerbung für 2024 entschieden. Wieder ein Sieg für die Populisten, die gegen Olympia sind. Schade! Erfreulich ist für mich, dass unter den Bewerbern auch Städte sind, die bereits gezeigt haben, dass sie Olympia können.

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